LÜTTVILLE 2017

2017 feierte der Verein „Lüttville e.V.“ das 10-jährige Jubiläum des kreativen Sommercamps Lüttville in Hamburg-Wilhelmsburg.

Vom 24. bis 29. Juli 2017 konnten wieder mehr als 150 Kindern im Alter von fünf bis 14 Jahren aus den Hamburger Stadtteilen Wilhelmsburg und Veddel in 13 verschiedenen Kreativworkshops kleine und große Kunstwerke, Performances oder Musikstücke entstehen lassen und diese am Ende auf dem Dockville Festival einem ganz großen Publikum präsentieren. Das einwöchige Sommercamp ist für die Kinder kostenfrei!

Wo fand das Lüttville statt? Auf der Open-Air-Fläche des Dockville Musikfestival in Hamburg-Wilhelmsburg, während das Festivalgelände durch Künstler*innen dekoriert wurde, enterten die 150 Kids das Gelände und arbeiteten in ihren Workshop – überwiegend im Freien. Das gesamte Areal wurde zum Abenteuerspielplatz für Groß & Klein.

Was konnten die Kids bei Lüttville machen? In mehr als 12 Workshops arbeiteten die Kinder frei an eigenständigen Projekten. Ob sie nun mit Fotopapier und Sonnenlicht experimentierten, akrobatische Showeinlagen im Zirkusworkshop einstudierten, Radioshows produzierten, zu Hip-Hop-Beats tanzten oder rappten – die Kinder arbeiteten in ihrem Tempo an ihren Projekten. Die Workshops wählten die Kinder bei der Anmeldung zur Ferienfreizeit aus.

Lüttville 2018 findet vom 9. bis 14. Juli 2018 auf dem bekannten Lüttville Gelände statt. Die Anmeldebögen und alle Infos zum Programm stellen wir hier auf der Website etwa sechs Wochen vorher zur Verfügung.


 

Und was haben die Kinder gemacht? Das Workshopangebot wurde für Kinder unterschiedlichen Alters differenziert. Die Kleinsten konnten im Klangstrolche-Orchester im Schuhkarton klingende Objekte wie Feuertrommeln, Regenmacher, Luftharfen und Erdrasseln erfinden und am Ende in einer kleinen Aufführung präsentieren.

Für Kinder zwischen sieben und zehn standen sechs Workshops zur Auswahl. Im Malworkshop wurde mit allem gemalt, was man in der Natur so findet. Egal, ob Bilder mit Gräsern und Blättern oder mit Erde und Ruß: es wurde alles ausprobiert, was Spaß macht. Die Capoeira-Gruppe lernte die brasilianische Kampfkunst kennen. Der Capoeira Meister Vitor Hugo führte in die tänzerischen Bewegungen ein und zeigte  auch, wie man die traditionellen Instrumente spielt. Im Workshop Fotoexperimenten konnten die Kinder mit Fotos experimentieren, die ohne Kamera entstehen und Chemigramme und Fotogramme herstellen. Hände und Köpfe, Blumen und Figuren, entstehten wie von Zauberhand auf dem Fotopapier in schwarz-weiß, gelb, braun und pink! Die Zirkus Kinder lernten mit Tellern, Tüchern und Bällen jonglieren, sich an den Pois und Stäben ausprobieren, Seilspringen oder in kleinen und großen akrobatischen Künste üben. Mit Moves und Grooves aus Westafrika erklangen wieder tolle Grooves über das Gelände. Auf der Djembe und tanzend und singend reisten die Kinder mit ihrem Workshopleiter musikalisch nach nach Westafrika. Der Bau-Workshop hat wieder gehämmert und gesägt, bis sich die Balken bogen! Aus alten Paletten und anderen Hölzern bauten die Kinder was ihre Phantasie hergab.

Die acht bis zwölf Jährigen waren im Radio-Workshop mit dem Mikrofon auf dem Sommercamp unterwegs und stellten alle Fragen, die sie schon immer mal stellen wollten! Als LÜTTVILLE-Reporter fuhren sie in ein echtes Radiostudio und berichteten sie, was in der LÜTTVILLE-Woche statt fand. Wir hauchen einem Klumpen Ton Leben ein war das Motto des kreativen Ton-Workshops in dem wilde Tiger, töpfern Vasen und Schalen gebaut und im eigenen Lehmofen gebacken wurden. Der Modeworkshop erstellte eine eigene Lüttville-Kollektion. Es wurde geklebt, geschnitten, genäht, gemalt, getackert und gerissen!

Kinder im Alter von elf bis 14 konnten dann Rappen und der Welt zeigen, was sie zu erzählen haben – verpackt in einem coolen Reim! Beim Lüttville-Abschlussfest, beim MS Dockville und auch bei der Billevue zeigten die Rap-Kids dann, was sie gelernt haben. Im New Style wurde eine Choreografie zu einem Stück der DOCKVILLE-Band Höchste Eisenbahn einstudiert und auf dem DOCKVILLE-Festival live auf der Bühne, vor tausenden Besuchern, performt. Wir bauen eine Stadt bastelte Häuser, Straßen und Gärten und noch viel mehr, was zur Traumstadt dazu gehört. Alles war möglich: Die Kids entschieden, wie die Stadt aussehen soll!

 

Wie sah ein Lüttville-Tag aus? Gegen 13 Uhr wurden die Kinder von Bussen an verschiedenen Stationen im Stadtteil eingesammelt. Nach einer kurzen Begrüßungsrunde gingen die Kids in ihre Workshops. Zwischen 15 und 16 Uhr fand die Snackpause statt. Ein engagiertes Küchenteam bereitete den Kids täglich frische und gesunde Snacks zu. Die Zutaten kamen dabei aus dem Foodsharing-Kreislauf. Nach dem Snack ging es noch einmal in die Workshops. Kurz vor Ende, also gegen 18 Uhr, gab es noch eine Abschiedszeremonie mit allen gemeinsam – danach brachten die Busse die Kids wieder zurück zu ihren Eltern.

Die Abschlusspräsentation: Am 6. Lüttville-Tag waren alle Eltern, Geschwister, Freunde und Bekannte eingeladen. Die Kids präsentierten ihre Ergebnisse: Es gab eine Zirkus-Show mit akrobatischen Einlagen, Rap-Songs mit klugen Reimen, New-Style-Tanzperformances mit eindrucksvollen Moves, surrealistische Fotoexperimente, Baukunstwerke aus Holz und vieles mehr. Alle staunten, die Kids waren mächtig stolz – die Eltern natürlich auch.

Die Stars von morgen: Nur wenige Tage nach der Abschlusspräsentation standen sowohl Rap- als auch die Tanz-Gruppe mit ihren Performances auf den Bühnen des großen Dockville Festivals – vor mehr als 20.000 Besuchern. Wahnsinns Abschluss.

Das Team: Mehr als 50 Erwachsene begleiteten die Kinder in der Lüttville-Woche – als Workshopleiter*in, Helfer*in, Springer*in, Koch oder Köchin oder im Orga-Team.

Die Kosten und die Finanzierung: Rund 50.000 Euro kostete die Kinderferienfreizeit. Und da wir keine Einnahmen durch Gebühren haben, sind wir auf viele Unterstützer*innen angewiesen. Wir freuen uns über jede Spende – jeder Euro zählt!